Not only For the Ride ….. also For the Soul

For the Ride…… spätestens seit dem Song von Jimmy Cornett war der passende Slogan für Triumph geboren. Jimmy Cornett

Doch ganz so wild wie im Film werden wir es heute hier in Boxberg auf dem Bosch Testzentrum wohl doch nicht treiben. Der Tag steht ganz im Zeichen des Union Jack und nach der ersten Tasse Kaffee und der Gruppeneinteilung geht es auch schon los. Zwei Gruppen für die Landstraße mit den modern Classics und zwei Gruppen für das Testgelände mit den Triples aus Hinckley.

Mein erstes Los fällt in diesem Fall auf die Überlandfahrt und schnell habe ich mir hierfür meinen Favoriten ausgewählt. Nach Street Twin, Thruxton R der T120 und dem Bobber bleibt eigentlich nur die jüngste im Bunde übrig und das ist der neue Street Scrambler. Ein wunderschön gezeichnetes Motorrad das auf Anhieb passt wie ein maßgeschneiderter Arbeitsanzug. Kaum angezogen geht es auch schon auf Tour übers sonnige und total erblühte Hinterland. Mit dem breiten Lenker, und dem kurzen Radstand scrambelt es sich ausgezeichnet um die Ecken der kleinen Straßen. So einfach kann das Motorradleben sein und so eine Menge Spaß ins Gesicht transformieren.

Nach dem ersten Stopp kam der erste Wechsel und mit ihm trat die T100 zum ersten Mal in mein Leben. Hmmm eine kleinere T120 mit der ich damals bei der Testfahrt nicht ganz so glücklich war, weil steif im Einlenken und schnell am Kratzen in den Kurven. Egal an diesem Tag zählte die Gruppendynamik und es geht ja auch beschaulich übers Land. Zu meiner Überraschung fiel mir sofort die bequem angerichtete Sitzposition auf und die Vehemenz die der kleine Motor an Vortrieb entwickelt. Also doch keine kleine T120, sondern ein wirklich eigenständiges Modell dachte ich nur bei mir und genoss die nächste Etappe sichtlich. 10 Kurven links und 15 Kurven rechts später standen wir wieder und ein weiteres Mal wurde getauscht.

So fand ich mich als nächstes auf der Street Cup wieder, einer mit M-Lenker versehenen Street Twin. Ebenfalls schön gemacht, doch ich trauerte schon recht schnell nach der Abfahrt der T100 und vor allem dem Scrambler nach. Gebückte Körperhaltungen passen nicht wirklich zu mir, auch wenn das Moped an sich wirklich schön zu fahren ist. Wieder ging es über schmale Straße und massig gelb blühende Rapsfelder durch die leergefegte Landschaft. Nur das Bollern der Twins im Ohr, welches sanft und freundlich die Seele massiert. So hätte es mit dem Scrambler noch stundenlang weitergehen können, aber ich hatte ja die Street Cup und somit freute ich mich auf den nächsten Stopp.

Dieser folgte nicht sehr weit entfernt meiner Gedanken daran und brachte mich tatsächlich dazu mein masochistisches Schmerzpotenial noch etwas mehr auszuloten. Da stand sie nun und ja optisch sieht sie einfach wunderschön aus in ihrem roten Minikleidchen mit der Frontverkleidung die Thruxton RR 😊. Aber wie bei einer schönen Frau gibt es leider auch hier ein paar Haken und Ösen und in diesem Fall sind es eindeutig die Stummel die so gar nicht zu mir passen wollen. Doch genug gejammert, die letzte Etappe der Ausfahrt steht an und keine klingt schöner und rotzig frecher als die Thruxton. Jedes Mal, wenn du das Gas wegnimmst sprotzelt es aus den gebürsteten Endtöpfen und es fühlt sich nach Leben an. Beim rausbeschleunigen spielen die Zeiger in ihren Gehäusen ihr Spiel und verzücken den Fahrer mit der klassischen Anmutung. Ein gelungenes Motorrad mit dem gewissen habenwill Gefühl an fast jeder Stelle, außer den Stummeln.

Zurück in Boxberg durften wir dann noch ein wenig Fotoshooten bevor es zur Mittagspause ging und die ersten heißen Benzingespräche die Atmosphäre noch mehr anheizten. Ein Essen und zwei kühle Getränke später fand dann noch eine gut organisierte Pressekonferenz statt in der uns die verschiedenen Modelle mit samt ihrer Geschichte vorgestellt wurden. Die Triumph Leute und unter anderem Miles Perkins hatten das Zepter in der Hand und es war interessant mal einige Hintergründe mehr zu den Modellen zu bekommen als normal üblich. Wirklich sehr gelungen, war doch der alte Konstrukteur und Techniker in mir wieder geweckt.

Was folgte war das Gruppenfoto und danach das Fahren auf und in der Teststrecke von Boxberg. Leider geil würde ich sagen, denn nun wurde die Welt aus Hinckley Dreizylindrig und die aktuellen Modelle standen zur Ausfahrt bereit. Allen voran die neue Street Triple in ihren diversen Varianten, aber auch Speedy’s, und Tiger gab es. Besonders reizvoll für mich, da ich unter anderem den Tiger in der 800er und 1200er Variante noch nie gefahren bin. Gestartet bin ich aber mit der neuen Streety und hier in der dicksten Ausführung. Wobei sich dick in keinster Weise auf den Hüftspeck bezieht, sondern eher auf die Leistung. In dieser Variante leistet diese Rasiermesser Scharfe Waffe 123 PS und 77NM Drehmoment also gut und gerne 20 PS mehr als die Vorgängerin bis dato. Und das spürt man auch deutlich, die Handlichkeit ist sensationell, wie auch die Bremsen und natürlich der fauchende Triplesound aus der stummeligen Tüte.

Aber auch hier wurde natürlich gepaust und gewechselt, sodass ich irgendwann ihre kleineren Schwestern testen konnte, wie auch die Speedy die mich letztes Jahr nach Südfrankreich begleitete. Eine wirklich schöne Erinnerung an eine supergeile Tour und die bisher längste gefahrene Strecke non Stopp in meiner Motorradkarriere 950km.

Irgendwann war es dann so weit nach dem kleinen Tiger, stand er auf einmal bös dreinschauend vor mir. Der Große Tiger und für diesen Tag irgendwie meine Eleonore! Zum Glück hatte ich mehr als 60 Sekunden Zeit für ihn und das machte sich bezahlt denn obschon er ein großer und nicht die Lowversion war fanden meine Füße sicher den Boden. Ein sehr positives Gefühl und dann ging es los! Erst durch den Handlingkurs, dann noch mal und dann aufs Oval. Ist schon ein ziemlich erhebendes Gefühl neben all den kleinen Triples diese Wuchtbrumme in vollem Ordinat und mit 200 km/h über das Oval zu prügeln, das könnt ihr mir glauben. Am Ende des Tages war auch ER es der mich am meisten beeindruckte neben dem einfach nur schön gemachten Scrambler.

Mein Fazit des Tages, lautet daher:
Danke Triumph für diese gelungene Mischung von Twin und Triple, von Landschaft und Parcours und dafür das ihr einfach so seid wie ihr seid, eben Britisch.
Schöne Grüße und LifeisaRide
Torsten Thimm

Bilder sind von Chris Rausch von motorrausch und von mir. Dank dir Chris für die tollen Aufnahmen.

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