Testbericht Schuberth C4 Klapphelm

Einleitung
Zur Beginn der Saison 2018 bekam ich Post von der Firma Schuberth aus Magdeburg. Ein rechteckiges Kistchen gab der Postbote morgens bei mir ab und ich war schon vorm öffnen in heller Aufregung. Denn der Inhalt war ganz klar der C4 in krachendem SPARK Blue. Kurze Momente, nachdem die Haustür zurück ins Schloss gefallen war, hielt ich ihn dann auch schon in meinen Händen und erfühlte seine Formen. Die Materialanmutung der matt lackierten Außenschale, wie auch sein flauschiges Innenleben fühlten sich auf Anhieb sehr gut an und auch sein Gewicht von angegebenen 1600g +/- 50g schien mir vertretbar. Pures Cyanit also dachte ich da und die Neugier auf die erste Testfahrt damit stieg.

Die Außenhülle
Mit der Direct Fiber Processing (DFP) genannten Produktionsweise von Helmschalen ermöglicht Schuberth nach eigenen Angaben ein geringes Gewicht bei optimaler Stabilität. Hierbei wird ein endloser Glasfaden von einem Roboter in Stücke geschnitten und in eine Form eingeblasen. Diese Vorform wird unter Zusatz einer exakt definierten Menge Harz und unter hohem Druck in einer beheizbaren Fertigungsform zur Helmschale mit einer außergewöhnlichen Festigkeit gebacken. Der somit mehrteilige Aufbau der Schale ermöglicht beim fertigen Helm eine hohe Kraftaufnahme und sorgt für mehr Sicherheit rund um den Kopf. Eine Sicherheit die du direkt fühlst, wenn du ihn aufsetzt.

 

Die Passform
Alle denkbar gewünschten Größen sind beim C4 lieferbar. Beginnend bei XS bis 3 XL passt jeder Kopf in die uni oder bunt gewählte Schale hinein. Mein eigener übrigens schon seit einigen Jahren, denn ich fuhr bisher den C3 und danach den C3 Pro. Und natürlich gibt es zu den Vorgängern einige Änderungen. Beim neuen schmiegt sich meiner Meinung nach das von Schuberth ShinyTex® getaufte Innenfutter noch eine Spur feiner um den Schädel. Die Stoffekombinationen sind schnell trocknend – waschbar und antibakteriell. Der Brillenkanal ermöglicht das einfache aufsetzten der Sehhilfe ohne drücken im Ohren- bzw. Schläfenbereich. Als etwas störend empfinde ich dagegen das Nachgreifen bei den Ohren, die ich sehr oft an den Spitzen nachträglich nach den Aufsetzten aufstellen muss. Wenn man sich das Innenfutter in diesem Bereich aber genauer anschaut wird klar, dass es seiner Geräuschdämmung geschuldet ist. Und da Ohren unterschiedlich sind, ist es am Ende für mich ein verschmerzlicher kleiner Makel. Denn eins wurde bereits auf den ersten Metern mit dem neuen Helm klar! Auf meinen Maschinen ist er noch einmal deutlich leiser geworden als seine Vorgänger.

 

Belüftung
Auch hier weis er zu überzeugen. Irgendwann einmal stand für mich fest, dass ein Klapphelm einfach die bessere Wahl für mich ist. Bitte beachtet hierbei das MICH im letzten Satz, denn jeder hat dazu andere Gedanken und Vorstellungen. Ich mag einfach die flexible Handhabung, das nicht ständige absetzten, in der Tanke, oder beim Fotoshoot und vor allem dieses Gefühl der etwas größeren Freiheit und Luft. Der Schuberth C4 setzt hier noch ein paar Punkte obendrauf. Seine Lüftung am Kopfbereich funktioniert ausgezeichnet, die am Kinnteil ebenfalls und sorgt so auch bei warmen Außentemperaturen für gutes Klima im Helm. Sollte es wieder erwartend dann doch einmal regnen ist auch das kein Problem, denn mit einem Griff lässt sich sowohl die Front- wie auch der Kopfregler schließen.

Ausstattung
Die Ausstattung ist, wie sollte es bei einem Helm für 650-750 Euro, je nach gewähltem Dekor auch sein, umfassend (Der Unifarbene beginnt übrigens bei 520 Euro). Das integrierte Sonnenvisier lässt sich links mit einem großen Regler präzise bedienen und reicht tief ins Gesichtsfeld, ohne dabei zu stören. Das Pinlockvisier spielt nicht mehr Aquarium, wie damals bei den ersten C3 Modellen am Markt und sorgt dafür das die Sicht auch bei widrigen Bedingungen klar bleibt. Eine Antenne ist bereits im Helm integriert und Schuberth bietet mit dem SC1 die nächste Generation der Kommunikation in seinen Helmen an. Hierfür gibt es bereits vordefinierte Kammern an der Unterseite des Kragens hinten rechts und links.

 

Fazit
Mit dem C4 und folglich auch mit dem kommenden C4 Pro setzt Schuberth die lange Tradition von Klapphelmen im Haus fort und bietet einen Tophelm in Sachen Passform/Tragekomfort, Aerodynamik und Ausstattung. Woran es meiner Meinung nach noch fehlt, wäre eine echte Lüfterstellung des Visiers, und ein wenig mehr Freiheit für die Ohren.

Nach ca.20000 km bei jedem Wetter rund um die Saison 2018

 

In diesem Sinne ist selber testen angesagt 😊
Schöne Grüße euer Torsten Thimm #lifeisaride

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