Die Cevennen Herzstück Frankreichs

Frankreichs Landschaften besitzen Charme und gerade sein Süden eine ganz besondere Anziehungskraft für uns Motorradfahrer.

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Dazu gehören auch die Cevennen. Eben das Gebiet was zwischen dem französischen Massiv Central und der Code d’ Azur zu finden ist. Viele romantische Ortschaften hat es hier, zum Teil noch heute versteckt, in den dicht bewaldeten Berge der größtenteils unberührten Natur. Sicher sind, waren nicht die ersten Motorradfahrer hier und es gab auch ein paar interessante Berichte über dieses Gebiet, aber was man selbst erlebt, erlebt man viel intensiver und dafür hatten wir sechs Tage Zeit.
Über die Autobahn mit dem Transporter reist es sich einfach und flott. Deswegen kamen wir auch entspannt nach rund 1100 km am Abend in unserer Unterkunft Le Grenouille kurz vor Valleraugue an. Das Wetter war zu diesem Zeitpunkt noch nicht so vielversprechend, denn es regnete wie aus Eimern. Das aber sollte sich bereits am folgenden Morgen ändern. Als noch mit verschlafenen Augen aus den Fenstern schauten, waren zwar die Straßen noch immer nass, aber die Sonne kam langsam über den Berg und so stand der ersten Ausfahrt nichts im Weg. Nichts außer vielleicht ein paar wegen Steinschlag und Überflutung gesperrten Straßen. Na ja etwas Verlust ist eben immer. 😊

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Und wo wir schon gerade dabei sind, nebenbei bemerkt die Straßen, die sind wie meist in Frankreich üblich mit griffigem Asphalt belegt, aber gerade in der herbstlichen Jahreszeit und nach starken Regenfällen mit Vorsicht zu genießen. Es gibt viele kleine Splitt Nester in den Kurven, genau da wo man sie als Motorradfahrer nicht haben möchte und zumindest die kleineren Straßen, haben ein ums andere Mal mit bösartigen Bodenwellen, den Hauptständer meiner BMW malträtiert.

Dank der genannten Gegebenheiten starten wir unsere erste Tour noch sehr verhalten und gemütlich in Richtung Cirque_de_Navacelles (Cirpue de Navacelles). Ein echter Hotspot der Gegend, denn eine Kurve reiht sich an die Nächste und die Landschaft, in der wir diese Kurven vorfinden zieht uns alle in ihren Bann. Zumal das Wetter stetig besser wird und die Wolken sich fast völlig verzogen haben. 20 Grad zeigt das Cockpit der BMW mittlerweile an und so geht es den gesamten Tag über weiter. Über St. Michel de Alajou kommen wir wieder Richtung Norden, überqueren den Col de Mouzoules und Peyrefiche, um dann nach rund 170km wieder an der Unterkunft anzukommen. Gemeinsam bei einem Bier lassen wir den Tag noch einmal Revue passieren und hauen uns danach alsbald in die Kiste.

Tourdaten Tag 1


Am kommenden Morgen sind wir alle reichlich ausgeschlafen, sattelten wir nach dem Frühstück wieder auf und beginnen unsere zweite Tagestour über kleine verschlungene Strecken durch die Berge in Richtung Ales. Überall sind noch immer Spuren der starken Regenfälle zu sehen, die eine Woche zuvor dieses Gebiet heimgesucht haben. Also ist weiterhin Vorsicht geboten und erst später am Tag auf den gut ausgebauten und breiteren Strecken beginnen wir die rechte Hand weiter aufzudrehen. Vom Pont d‘Arc geht es in Richtung St. Martin d ’Ardeche weiter und dabei durch die traumhafte Ardechschlucht, wo eins ums andere Mal die Fußrastennippel in den Kurven um Gnade flehen. Am Pont du Arc (Pont du Arc) machen wir natürlich einen kurzen Fotostop, bevor wir nach Ales den Verkehr erneut umgehen und über meist kleine Straßen zweiten und dritten Klasse zurück zu unserer Unterkunft fahren. Auch an diesem Abend und nach knapp 400 km verwöhnte uns unser Hausherr mit viel zu viel gutem Essen, sodass wir alsbald müde und zufrieden in die Betten fallen.

Tourdaten Tag 2


Doch auch diese Nacht geht irgendwie viel zu schnell vorbei und geweckt durch die ersten Autos und Mokicks, des Tages sind wir alle 4 recht früh auf. Heute soll es in die Richtung Millau gehen zur höchsten/größten Schrägseilbrücke der Welt. (Viaduc de Millau) Diese allerdings erreichen wir aufgrund des Wetters an diesem Tag leider nicht. Mehrere kurze Regenschauer und Nieselregen lassen uns den Plan verwerfen und so folgen wir den Löchern in den Wolken über das Hochland, vorbei an Bisonherden und anderem Getier mit weiten Ausblicken über dieses faszinierende Land. Am Abend kam, dann etwas was ich in den vielen Jahren unserer Tour noch nicht erlebt hatte. Ich bekam massive Bauchprobleme, die dazu führten, dass ich die Tour am nächsten Tag nicht mitfahren konnte. Also machte ich pause erholte mich, um tags drauf wieder so fit zu sein, das es weiter gehen konnte, während die anderen drei auch an diesem Tag eine großartige Tour bei schönstem Wetter genießen konnten.


Mein Schwächeanfall vom Vortag war noch nicht ganz vergessen, aber ich war soweit wieder dicht und freute mich auf den vorletzten Tour Tag und den heutigen Weg nach Millau, zum Viadukt. Auf der Strecke dorthin lagen absolut tolle Abschnitte und diverse landschaftliche Höhepunkte wie die frei fliegenden Gänsegeier in den Gorges de la Jonte. Aber nicht nur das machte diesen Tag aus, denn nach der Anfahrt zur Brücke und der Brücke selbst stand schon das nächste Highlight breit. Nach dem Mittag fing es erst ruhig an, bevor die ersten Kurven und in den Stein gehauene Tunnel die Schlucht der Tarn ankündigten (Tarnschlucht). Kurve an Kurve reihte sich auf wie eine Perlenkette, bis wir nach La Malene kamen und unseren Augen nicht ganz trauten. Denn was da rechts noch zusätzlich den Berg hinauf führt, lässt jedes Bikerherz höherschlagen. Auch wenn sie nicht auf unserem Weg lagen, nahmen wir diese Serpentinen, die aussahen wie aus einem Herrn der Ringe Teil mit. Oben angekommen ließen wir die Blicke schweifen und genossen danach die Abfahrt zurück ins Tal. Mich beschäftigte das noch sehr lange, auch noch, als wir einige Kilometer weiter dieses faszinierende Gebiet verließen, um über den Mont Aigoual wieder zurück in die Unterkunft zu kommen.

Tourdaten Tag 3


Nach dem Motto, das Beste zum Schluss, starteten wir am folgenden Morgen recht früh, denn Sascha hat mit unserem Hausherren noch eine besondere Tour ausbaldowert. Über Lozère ging es noch einmal in Richtung Ales. Über die zumeist gut ausgebauten und flotten Straßen rauchte dabei die Landschaft ungewöhnlich schnell für diese Tour an uns vorbei. Eins ums andere Mal hörte ich links und rechts unter mir dabei das Schaben und Kratzen der Rasten, obwohl ich das sichere Gefühl hatte nicht zu übertrieben schnell unterwegs zu sein. Auch an diesem letzten Tourentag zog uns die malerische Landschaft entlang der D51 wieder in ihren Bann. Alte Burgen und Gemäuer zierten unsere Wege und immer wieder auch die weiten Blicke hinein in Land.

Tourendaten Tag 4


Etwas wehmütig verluden wir an diesem Abend die Maschinen, denn am kommenden Morgen bereits war das Abenteuer Cevennen zu Ende und unsere heimische Matrix hatte uns wieder. Was bleibt ist die Erinnerung an ein paar wirklich tolle Tage im Naturpark der Cevennen.

Beste Grüße euer Torsten Thimm

#lifeisaride

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4 Kommentare

  1. Sehr schöner Tourbericht mit tollen Bildern. Das Viaduc de Millau habe ich 2017 leider nicht „geschafft“, aber vieles andere weckt schöne Erinnerungen.

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  2. Hi Thorsten, der Bericht mit Text und Bilder gefällt mir recht gut.Da wollten wir 2020 hin . Jetzt kommt im April Sardinen erstmal und da will auch ein Reise Blog Tagebuch schreiben mal schauen ob es gelingt Gruß Dirk

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